Liebe Mitarbeiterinnen des Projekt-Ladens,
liebe VertreterInnen des Trägervereins,
liebe VertreterInnen der Zuschussgeber,
liebe Festgäste,
Ein Grußwort muss vor allem kurz sein (das werde ich einlösen)
und es soll von Herzen kommen (das kann ich mit Sicherheit sagen).
Ich bedauere sehr, dass ich bei der heutigen Feier nicht dabei
sein kann. Ich habe bereits vor einem Jahr eine Verpflichtung zu
einer Fortbildungsveranstaltung übernommen, die nicht mehr
veränderbar war.
Umso mehr freut mich aber, dass Eleonore Rombergs wichtigstes "Kind"
heute sein 30-jähriges Bestehen feiert. Ich habe am 1.10.1978
meine Tätigkeit als Professor für Recht in der Sozialen
Arbeit an der Katholischen Stiftungsfachhochschule München
aufgenommen. Ich hatte kaum begonnen, schon war ich verplant. Die
politisch denkenden und damals auch so agierenden Studentinnen und
Studenten des Projekts "Ausländerarbeit in Haidhausen"
hatten zusammen mit ihrer Professorin durchgesetzt, dass der "Neue"
ein Seminar zum Ausländerrecht anzubieten hatte, was es vorher
im Studium der Sozialen Arbeit an der KSFH nicht gab.
Als dann schräg gegenüber der Hochschule ein Laden frei
wurde, war schnell klar, dass er angemietet werden musste, um praktische
Sozialarbeit entsprechend den politischen Vorstellungen gestalten
zu können
Die praktische Arbeit bestand dann zunächst in aufwendiger
Renovierungsarbeit. Auch die Frage, wie das Ganze zu finanzieren
sei, war noch offen. Eleonore sagte nur: "Das machen wir und
kriegen das schon irgendwie hin".
Ihre guten Kontakte zur Stadt (heute würden wir sagen: ihre
Netzwerke) und ihre Überzeugungskraft, dass ein solcher Laden
in Haidhausen zwingend nötig sei, sorgten dafür, dass
tatsächlich Zuschüsse zugesagt wurden.
Ich erinnere mich, wie Josef Maier von der damaligen Grundsatz-
und Planungsabteilung des Sozialreferats der Stadt (der "Maier-Biwi",
den ich aus meiner vorherigen Tätigkeit als junger Jurist bei
der Stadt gut kannte) der Baustelle einen Besuch abstattete und
beeindruckt war.
Dass der Projekt-Laden entstanden ist, war ganz klar dem Engagement
dieser Gründergeneration von StudentInnen und dem Geschick
von Eleonore zu verdanken, den Verein für Internationale Jugendarbeit,
dessen Vorsitzende sie war, von der Notwendigkeit der Trägerschaft
zu überzeugen.
Ich bin dann über mein Seminar zum Ausländerrecht schnell
in das Projekt mit eingestiegen, habe viele Jahre mit Eleonore intensiv
zusammen gearbeitet, viel von ihr gelernt und sie (wie viele andere
auch) als meine Mentorin erlebt.
Was der Projekt-Laden in den vielen Jahren geleistet hat, was heute
dort gemacht wird, warum er seinen Namen in "Projekt-Laden
International Haidhausen" geändert hat und welche Bedeutung
er in der sozialen Infrastruktur des Stadtteils hat, braucht hier
wohl nicht noch einmal ausführlich behandelt zu werden.
Dass er 30 Jahre lang besteht, hätte sich wohl 1980 kaum jemand
träumen lassen (außer vielleicht Eleonore Romberg).
Aber: Träume werden manchmal gelebte Realität.
So ist es auch mit dem Projekt-Laden.
Ad multos annos!
Frank Groner
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